Wie du in vier Schritten jede Fähigkeit lernen kannst.

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Arbeitstechniken, Lern Tipps, Produktivität

Dieser Artikel stellt eine Methode vor, die dir dabei helfen kann, jede Fähigkeit, die du lernen möchtest, in den nächsten paar Monaten zu erreichen.
Dabei ist es ganz egal, was das ist, ob Gitarre spielen lernen, eine neue Sprache oder auch kochen. Die Methode ist universell auf jede erdenkliche Fähigkeit anwendbar.

Diese Methode  heißt DSSS und ich bin über den Bestseller Autor Tim Ferriss darauf aufmerksam geworden. Tim Ferriss ist dafür bekannt, dass er sich selbst als ein Experiment sieht. So gelang es ihm beispielsweise innerhalb kürzester Zeit, mit minimalem Aufwand Weltmeister im Tango zu werden oder auch Deutsch und Japanisch zu sprechen.

Die DSSS-Methode:

Die DSSS-Methode besteht aus Vier Bestandteilen.

D = Deconstruction
S = Selection
S = Sequencing
S = Stakes

Sehen wir uns diese Bestandteile doch einmal genauer an und schauen was sie bedeuten.


1. Deconstruction

Der erste Bestandteil der DSSS-Methode ist das Dekonstruieren bzw. das auseinandernehmen der Fähigkeit.
Hierbei ist es besonders wichtig eine konkrete Vorstellung von dem zu haben, was du erreichen möchtest. Es reicht nicht, zu sagen ich möchte Spanisch lernen. Möchtest du es fließend sprechen können oder reichen dir die Basics?
Schreibe die dafür nötigen Schritte der Reihe nach auf.
Ziel dieser Aufgabe ist es, die komplexe Aufgabe in mehrere kleine Bausteine zu zerlegen.
Es macht auch Sinn, sich die Frage zu stellen ob das Ganze in dieser Reihenfolge gelernt werden soll oder ob es nicht Sinn macht, einfach mal in der Mitte oder am Ende anzufangen.
Der amerikanische Schachspieler Josh Waitzkin lernte beispielsweise Schach, indem er damit begann, das Endspiel zu üben, anstatt mit den Eröffnungen zu starten.


2. Selection

Der zweite Bestandteil der Methode ist die Selektion. Die Selektion wird hier nach dem 80-20-Prinzip, auch Pareto Prinzip genannt, durchgeführt. Für diejenigen die das 80-20-Prinzip nicht kennen, hier eine Definition:

Das 80-20-Prinzip sagt, dass 20 Prozent von etwas zu 80 Prozent des Erfolgs beitragen. So fand man beispielsweise herraus, dass in vielen Unternehmen 20 Prozent der Produkte für 80 Prozent des Gewinns sorgen. Das Prinzip ist auch auf viele andere Bereiche anwendbar und ist nicht auf 80-20 begrenzt. Es kann auch mal 40-60 oder 30-70 usw. sein.

Wie wenden wir aber nun diese Selektion auf die Fähigkeit, die wir lernen wollen, an?

Nimm die Liste zur Hand die du dir beim ersten Bestandteil, dem Auseinandernehmen der Fähigkeit, geschrieben hast, und identifiziere die 20 Prozent, die für die 80 Prozent deines Erfolgs sorgen.
Hier ein paar Tipps, wie du dir das Ganze etwas einfacher machst, wenn du nicht weißt, welches diese 20 Prozent sind.

  1. Jemanden fragen der diese Fähigkeit schon erlangt hat. Wie hat er es geschafft? Was waren seine Anfängerfehler und welche Fehler macht er vielleicht heute noch ab und zu?
  2. NWie du ach den Anfängerfehlern suchen, die gemacht werden.
  3. Nach den Grundlagen der Fähigkeit suchen.
  4. Nach Personen suchen, die die Fähigkeit innerhalb kürzester Zeit gemeistert haben.
  5. Standards hinterfragen und experimentieren.

Stell dir außerdem die Frage: „Welches ist der kleinste Baustein mit dem größten Einfluss auf dein Leben?“
Sobald du einmal mit diesem Baustein angefangen hast, wirst du schnell dein Wachstum beschleunigen können.

Hier ein Beispiel wie solch eine Selektion aussehen kann. Nehmen wir mal an du möchtest eine neue Sprache lernen, dann könnte deine Schritt-für-Schritt-Liste so aussehen:

  • Vokabeln lernen.
  • Grammatik aneignen.
  • Sprechen üben.

Stellen wir uns nun also die Frage, welcher dieser Schritte der mit dem größten Einfluss auf dein Leben ist bzw. welcher dich am schnellsten deinem Ziel näherbringt.

Für mich wäre der wichtigste Teil hier, das Sprechen zu üben, denn das ist was wir ja erreichen wollen.
Grammatik kommt für mich erst danach, da man diese automatisch beim sprechen mit aufnimmt.
Um diese jedoch zu verstehen, macht es natürlich Sinn, sich die Grammatik genauer anzuschauen und separat zu lernen. Auch das kann vereinfacht werden. Frage dich zum Beispiel, was die wichtigsten und häufigsten Sätze sind, die dir die Grammatik nahe legen. Tim Ferriss hat hierzu eine Liste von zwölf simplen Sätzen erstellt, die dir genau bei diesem Problem helfen kann. Durch das Übersetzen dieser simplen Sätze gelang es Tim schnell, die Grammatik anderer Sprachen zu verstehen.

Diese Liste sieht wie folgt aus:

The apple is red.
It is John’s apple.
I give John the apple.
We give him the apple.

5. He gives it to John.
6. She gives it to him.
7. Is the apple red?
8. The apples are red.

9. I must give it to him.
10. I want to give it to her.
11. I am going to know tomorrow.
12. I can’t eat the apple.

I haven’t eaten the apple.

Wenn du über dieses Verfahren mehr erfahren möchtest, kann ich dir nur empfehlen, diesen Vortrag von Tim Ferriss anzuschauen – Tim Ferriss Language Learning Creative Live

Genauso wie mit der Grammatik verhält es sich auch mit den Vokabeln. Die riesige Masse an Vokabeln wird meist überhaupt nicht gebraucht, um sich mit jemandem zu unterhalten. Halte auch hier Ausschau nach den 20 Prozent der Vokabeln, die dafür sorgen, dass du eine Konversation zu 80 Prozent führen kannst.


3. Sequencing

Erinnerst du dich noch an Josh Waitzkin, den ich am Anfang erwähnt habe? Er hat Schach von hinten her gelernt (vom Endspiel zur Eröffnung).
Auch du solltest dir nun die Fragen stellen, in welcher Reihenfolge du die einzelnen Schritte am besten anpackst. Experimentiere hier ruhig oder frage bei Experten nach, die das Ganze vielleicht nicht so wie alle anderen machen (z.B solche, die die Fähigkeit besonders schnell gelernt haben).
Als Tim Ferriss Tango lernte, begann er beispielsweise damit, die Schritte der Frau zuerst zu üben.


4. Stakes

Wie kannst du dafür sorgen, dass du am Ball bleibst?
Oder anders gefragt, welche Konsequenzen musst du erschaffen, um am Ball zu bleiben?
Für viele wird dies der schwerste Teil der Methode sein, doch auch hier gibt es ein paar Tricks, mit denen man sich helfen kann.

Einen Freund mit der Kontrolle beauftragen:

Damit meine ich, dass du einem Freund von der Fähigkeit erzählst, die du lernen willst (z.B Gitarre spielen lernen). Diesem Freund erzählst du dann jeden Tag wie du voran kommst und ob du heute Gitarre spielen geübt hast (sich selbst und den Freund zu belügen, bringt dich nicht weiter).

Oder …

Du gibst deinem Freund eine bestimmte Menge an Geld (so viel, dass es schmerzen würde, wenn du das Geld verlieren würdest). Aufgabe deines Freundes ist es nun, dich zu kontrollieren ob du auch am Ball bleibst. Solltest du frühzeitig aufhören oder deinen Plan nicht konstant weiterverfolgen darf er das Geld behalten oder spendet es in deinem Namen an eine Organisation die du überhaupt nicht leiden kannst.

Ein jüdischer Freund von Tim Ferriss hatte zum Beispiel als Ziel, in einer bestimmten Zeit eine bestimmte Menge an Gewicht zu verlieren. Er gab einem Freund also Geld. Sollte er bis zur Deadline sein Ziel nicht erreicht haben, dann ginge das Geld in seinem Namen an den Ku-Klux-Klan. Und was glaubst du, hat er sein Ziel erreicht?

Weitere Möglichkeiten:

Du kannst grade keinen Freund zur Hand der die Kontrolle deiner Fähigkeiten machen kann? Kein Problem, Tim Ferriss empfiehlt hier StickK. StickK  ist eine Website, die für deinen Freund den Schiedsrichter spielt. Das Prinzip ist das selbe wie oben: Du beschreibst dein Ziel, zahlst eine schmerzende Menge an Geld ein und startest dann mit dem Erreichen des Ziels. Falls du dein Ziel erreichst, wird dir das Geld zurücküberwiesen, falls nicht, landet es bei einer Organisation, die du nicht ausstehen kannst, unter deinem Namen.
In einem Vortrag von Tim Ferriss, den ich vor kurzem gesehen habe, sagte er, dass die beliebteste Organisation, die Leute auf StickKs auswählen, die Organisation von George Bush ist (der Vortrag ist schon etwas älter).


Das war die DSSS-Methode. Wenn du also gerade ein Ziel im Kopf hast oder eine Fähigkeit, die du schon immer mal lernen wolltest, here you go!
Mir hat diese Methode schon oft dabei geholfen, etwas Neues zu lernen oder ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Vielleicht kann sie auch dir dabei helfen.

Wenn dir der Blog-Artikel gefallen hat, dann teile ihn doch mit deinen Freunden auf Facebook, das würde mich sehr freuen.

Bis dahin euer Isaak 🙂

Share on FacebookShare on Google+Pin on PinterestTweet about this on TwitterShare on LinkedInPrint this page

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.